Lichtblicke in der Glasverarbeitung
Schären von schweren Glasrovings im Direktschärverfahren und die anschließende Verarbeitung
Glasfäden sind aus dem Bereich der Technischen Textilien nicht mehr wegzudenken. Sie sind alterungs- und witterungsbeständig, chemisch resistent und nicht brennbar, besitzen einen hohen Elastizitätsmodul und optimieren die mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen.
Glasfaserverstärkte Kunststoffe gehören heute zu den wichtigsten Konstruktionswerkstoffen, erfreuen sich einer stetig wachsenden Nachfrage und stehen daher im Focus intensiver Aktivitäten zur Optimierung ihrer Produktion. Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren dabei ist die enge Kooperation der Hersteller in der Fertigungskette. Ein Lehrstück hierzu lieferten die Heinrich Essers GmbH & Co KG und die KARL MAYER Malimo Textilmaschinenfabrik GmbH im Sommer dieses Jahres. KARL MAYER Malimo entwickelt und baut u. a. Wirkmaschinen mit parallelem Schusseintrag, die zur Herstellung von Verbunden für überwiegend technische Einsätze verwendet werden. Die RS 3 MSUS-V beispielsweise fertigt Verbundstoffe aus Vliesstoffbahnen durch das gleichzeitige Auftragen mono- oder biaxialer Gelege in einem Schritt und verarbeitet hierfür neben Natur- und Chemiefaserstoffen vor allem technische Garne.
Bezüglich des Einsatzes von Glasrovings vertat die Fachwelt bisher die Meinung, dass diese bei einer Stärke ab 600 tex direkt vom Gatter abgezogen und in die Flächenbildungsmaschine geführt werden müssen. Das Abziehen vom Gatter allerdings ist mit der Bewältigung einer Vielzahl von Herausforderungen verbunden. Allein der enorme Platzbedarf bei hohen Fadenzahlen setzt die Verfügbarkeit einer großen Produktionsfläche voraus und schränkt die Fertigung in diesem Bereich ein. Die Lösung dieses Problems besteht im Schären der Glasrovings beispielsweise in der Stärke 2400 tex auf Teilkettbäume. Eine Aufgabe, wie geschaffen für die Firma Heinrich Essers in Wassenberg. Der Spezialist für Sektionsschären und Direktbäumen verarbeitet neben Garnen und Filamenten für die klassische Textilindustrie High-Tech-Materialien für den Bereich mechanischer Textilien: PES, PA, PP, PE, Glas und Aramide. Hierbei zeichnet sich das 1912 gegründete Traditionsunternehmen durch eine hohe Serviceorientierung, Fachkompetenz und durch den Einsatz qualitativ hochwertigen Sektional-, Schär- und Direktbäumanlagen aus. Eine hiervon ist die Direktschärmaschine vom Typ DS 65/40. Speziell konfiguriert und ausgestattet mit einem spezifisch gestalteten Gatter nutzte die Firma Heinrich Essers diese flexible Fertigungstechnik bei der Herstellung der Teilkettbäume aus Glasrovings für den geplanten Einsatz bei KARL MAYER Malimo. Hier wurde das geschärte Glasmaterial auf der RS 3 MSUS - V problemlos verarbeitet. Das Ergebnis: ein Glasgewirke in hervorragender Qualität und die Optimierung der Glasfaserverarbeitung
Quelle: Kettenwirkpraxis, Ausgabe 1. Quartal 2007
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